Ein Blog – echt jetzt?

„Hast du einen Blog?“, Frage von einem Bekannten der im Marketing unterwegs ist. Kam irgendwann einfach so während einer Plauderei.
Ganz unmittelbar wird man das Gefühl nicht los, daß die Antwort zu nichts Gutem führen wird. Aber das hilft in dem Moment auch nicht weiter. Also: „Nein“.
Man hat es ja bereits geahnt, die nächste Frage lautet: „Warum nicht?“.
„Weil …“, gute Frage eigentlich, „mit was genau soll man das sinnvoll füllen – so über die Zeit?“.

Ich widerstehe der Versuchung die erhaltenen minutenlangen Erläuterungen hier detailiert wiederzugeben. Kann man ja auch alles auf unzähligen Seiten im weltweiten Web zu Genüge nachlesen, sofern man das nochmal gerne verifizieren möchte, im Grunde also nicht Neues. Zumindest nicht für diejenigen, die sich ab und an etwas mit Web, Webseiten und dergleichen auseinandersetzen. Also ich zum Beispiel. Der letzte (Teil-) Satz dieses Gesprächsabschnittes blieb aber dummerweise irgendwie im Kopf. In meinem. „und schaden wird es sicher nicht, ganz im Gegenteil“. Ist das ein Argument?

So. Und jetzt ist das da im Kopf. „Schaden wird es nicht“. Zumindest nicht, so lange man keinen kompletten Bullshit von sich gibt und sich zum Affen macht…? Oder so ähnlich vielleicht.
Allen Abwägungen negativer Art zum Trotz setzt man seine Website dann eben mal auf ‚Blog Aktiv‘ um. Ist als Webdesigner jetzt ja auch keine Weltaufgabe. Das geht. Kommen wir zum spannenden Teil des Vorhabens: Was schreibt man da jetzt so?

Bisher waren die Argumente pro Blog eigentlich immer rein rationaler und sachlicher Natur; Als ‚Aktuelles‘ beispielsweise. Denn natürlich bringt das etwas, wenn man denn auch regelmässig etwas mitzuteilen hat: Infos über Veranstaltungen und andere wichtige Termine, Neuerungen im Betrieb, im Angebot, im Team oder einfach Informationen über neue Produkte und geänderte Öffnungszeiten etc. etc. Sinnvolle Sache, wirklich. Nur: So jetzt als dienstleistender Einzelkämpfer, wo es das alles – und damit diese ganzen rationalen Gründe – nicht so wirklich gibt …? Sinnvoll?

An dieser Stelle kommen da dann auch gleich wieder unzählige Gedanken leise von hinten angeschlichen. Wie war das noch mit dem „sich zum Affen machen“? Gibt es nicht eigentlich schon genug Mitmenschen, die das weite Web mit Unnötigem, Plattitüden und Obsoletem füllen? Auf der anderen Seite: Kann man da im Zweifel selbst noch allzuviel kaputt machen? Könnte es nicht auch sein, dass sich da eventuell der Eine oder die Andere in irgend einer Form angesprochen, belustigt oder unterhalten fühlt? Weiss man nicht – oder?

Und jetzt? Braucht man das? „Brauchen“ wäre jetzt wirklich übertrieben, rein spontan betrachtet. Aber weshalb nicht auch einfach mal ab und an zu irgend einem Thema, welches in der Welt oder auch nur im eigenen Kopf herumgeistert, etwas in Erstere hinaushauen? Vielleicht sogar in irgend einer Form etwas Hilfreiches beitragen? O.k. Letzteres erscheint wirklich zu vermessen. Aber muss man einen reinen ‚Blog‘ wirklich zwingendst „sinnvoll“ füllen? Und was genau ist am Ende des Tages dann eigentlich wirklich „sinnvoll“? …

„Schaden wird es nicht“. Mal sehen.